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Medienmitteilung: Forschungsnetzwerk zur Rettung des schweizerischen Rübenanbaus

 

 

Wie lange kann man nachsäen?

 

Die erste Maidekade kann noch problemlos für eine Nachsaat von Rüben genutzt werden. Frostbedingt blieb es meist bei einer gelben Verfärbung der Keimblätter, teilweise beim oberirdischen Abfrieren derselben. In feuchteren Böden konnte der Frost vor allem unterirdisch, durch Zug oder Druck die Rübenkeimlinge ausreissen oder zerdrücken. Wichtig ist, vor unüberlegtem Handeln, vorerst die geschädigten Bestände exakt auszuzählen. Wir raten folgendes Vorgehen: 10 Laufmeter abschreiten, links und rechts jeweils eine Reihe auszählen und die Anzahl Rüben pro Reihe notieren. Dieses Prozedere wiederholt man an 10 Stellen im Feld. Stehen im Durchschnitt (Ende April) weniger als 20 Rüben auf 10 Laufmeter, holt man sich Hilfe bei den Spezialisten. Eine neutrale Zweitmeinung ist meist von Vorteil, denn Neusaaten sind teuer und keineswegs problemlos. Erst wenn weniger als 20 Pflanzen auf 10 Laufmeter stehen, kann eine Übersaat, am einfachsten in die alten Reihen, Erfolg bringen. Nach einer Übersaat wird der alte Bestand (klassische Sorten) mit  2l/ha Totalherbizid (Glyphos) ausradiert. Es kann aber nötig sein, dass nur an einzelnen Stellen die Bestände so stark ausgedünnt sind, dass man Nachsäen muss. Vor allem in Mulden oder auf Kuppen, wo die Kälte länger liegenblieb oder der Boden feuchter war, könnten Rübenkeimlinge stärker geschädigt worden sein. Dort ist eine exakte Einsaat mit der gleichen Maschine erforderlich.

 

Unkrautbekämpfung klassisch

Wir raten in früher gesäten Feldern Herbizidbehandlungen nicht zu lange hinauszuzögern, da sonst das Unkraut davonwächst, vor allem wenn noch nichts gespritzt worden ist. Ein Zusatz von Ergänzungsmitteln wie Venzar ist nur auf ausgesprochen unkrautreichen Standorten mit viel Hundspetersilie oder Ausfallraps notwendig. Venzar (Lenacil) wirkt nur ausreichend, wenn genügend Regen fällt. Beachten sie zudem, dass es für die einzelnen Programme im REB oder IPSuisse restriktive Vorgaben zum Einsatz von bestimmten Wirkstoffen gibt. Hier ist die Übersicht

 

 

Unkrautkontrolle mit Conviso One

In früh gesäten Rüben wird nach ca. 5 Wochen (Melde maximal mit 4 echten Blättern) der erste Split mit 0.5 l/ha Conviso One (Öl-Zusatz von Mero 1 l/ha) nötig. Diese Behandlung wird etwa zwei Wochen später wiederholt. Es ist von Vorteil wenn dazwischen etwas Regen fällt, damit die Bodenwirkung einsetzen kann. Nach den beiden Behandlungen ist die Unkrautbekämpfung abgeschlossen. Dazu haben wir ein Merkblatt erstellt

 

Düngung

  • Je besser die Bodenstruktur und die Nährstoffgehalte des Bodens, umso eher kann, ohne Minderertrag, unter der Normdüngung gedüngt werden. Faustregel für Düngergaben kurz vor der Saat: 60 P2O5; 180 K2O und 40 Mg
  • 30 bis 50 kg Stickstoff N/ha zur Saat, eingearbeitet oder nach der Saat mit Scheckenködern kombiniert (falls nötig), beschleunigt die Boden-Stickstoff-Mineralisierung.

Die nötige Stickstoffgabe hängt von vielen Faktoren wie Witterung, Vorkultur, Bodenart etc. ab und variiert von Parzelle zu Parzelle stark.  Die Düngungsnorm von 100 kg N/ha muss daher der Parzelle entsprechend korrigiert werden. Berechnung der Menge

 

Schädlinge

Die Zuckerrüben sind auch dieses Jahr wieder mit Force gebeizt. Dieses Pilleninsektizid zeigt gegen unterirdische Schädlinge eine sehr gute Wirkung. Für die Keimung und den Auflaufprozess sind die Rüben vorerst gut geschützt. Sobald sie die Oberfläche erreicht haben, sind sie nicht mehr geschützt. Der Rübenerdfloh wird vor allem bei anhaltend trockener Witterung Schäden an Jungpflanzen anrichten. Kontrollieren Sie dabei die kleinen Rüben genau und fordern Sie nach dem Erreichen der Bekämpfungsschwelle (Keimblatt 50% und 2-4 Blatt 80% befallene Pflanzen) bei ihrer kantonalen Pflanzenschutzfachstelle eine Sonderbewilligung zur Behandlung mit Pyrethroid ein.

 

 

Der Rübenpflanzer II / 2021

Sonderbeilage Pflanzenschutz 2021

Zuckerrüben - Sortenversuche Schweiz 2020

 

 

Schweizer Zuckerrübenpflanzer fordern Gleichbehandlung

 

 

 

App Betaswiss

Die Schweizer Zucker AG, der Schweizerische Verband der Zuckerrübenpflanzer und die Fachstelle für Zuckerrübenbau haben kürzlich eine App für Zuckerrübenpflanzer lanciert. Es ist auf den üblichen Download-Plattformen unter dem Namen "Betaswiss" zu finden und kann mit Ihren Zugangscodes von Ihrem Pflanzerkonto aus aufgerufen werden. Die Fachstelle stellt Ihnen aktuelle Informationen "in Echtzeit" zur Verfügung. Es ist uns eine Freude, dieses neue Kommunikationsmittel zu nutzen.

 

 

Schweizer Zucker ist gesucht - ein Kurzfilm des Schweizerischen Verbandes der Zuckerrübenpflanzer