
Die Blattläuse fliegen je nach Winterhärte und Frühlingswitterung während dem 2-10-Blattstadium in die Zuckerrüben ein. Die beiden bekanntesten sind dabei die Grüne Pfirsichblattlaus und die Schwarze Rübenblattlaus. Beide gelten als Überträger der virösen Vergilbungskrankheit in Zuckerrüben (siehe viröse Vergilbung). Der Grünen Pfirsichblattlaus wird tendenziell mehr Beachtung geschenkt, da sie die Vergilbungsviren persistent in sich im Körper trägt und somit die Krankheit über lange Zeit übertragen kann. Bei der Schwarzen Rübenblattlaus gelangt der Virus nicht ins Körperinnere, sondern bleibt an den Stechborsten der Blattlaus haften. Die Übertragung ist daher nicht-persistent.
Blattläuse, allen voran die Schwarzen Rübenblattläuse verursachen Saugschäden, welche mit zunehmender Populationsgrösse steigen.
Eine zeitige, unter optimalen Bedingungen durchgeführte Aussaat fördert eine rasche Jugendentwicklung der Zuckerrübe und stärkt damit die Widerstandskraft der Kultur gegenüber den Blattläusen. Nützlinge wie Marienkäfer und deren Larven fressen Blattläuse und helfen dabei, die Population zu verringern. Die Härte des Winters und die Frühlingswitterung sind ebenfalls massgebende Faktoren für das Ausmass der Blattlauspopulation.
Die Fachstelle für Zuckerrübenbau führt jedes Jahr in Zusammenarbeit mit den kantonalen Pflanzenschutzfachstellen ein Blattlausmonitoring durch, um den Ersteinflug der Grünen Pfirsichblattlaus zu erheben. Somit können diese je nach Befallsausmass und Region gezielt mit Insektiziden bekämpft werden. Die Rübenpflanzer werden via BetaSwiss-App oder SMS-Dienst über eine mögliche Insektizidfreigabe und -behandlungsstrategie in Kenntnis gesetzt.
Die Bekämpfung von Blattläusen ist lediglich während dem Jugendstadium der Rüben notwendig. Ab dem 10-Blattstadium erübrigt sich eine Blattlausbekämpfung.
Bekämpfungsschwelle Schwarze Rübenblattlaus (10 x 5 Pflanzen auszählen):
Während dem 4-Blattstadium 50% befallene Rüben.
Während dem 6-10-Blattstadium 80% befallene Rüben.
