Die Zikaden fliegen überall

SBR-Monitoring in der Ostschweiz 2025. An vielen Standorten wurden Schilfglasflügelzikaden gefangen, besonders viele (beladene) im Kanton Schaffhausen. Quelle: Karte SFZ, Daten Agroscope/Identxx.

In den westlichen Befallsregionen kam es anfangs Juni zum Hauptzuflug, dieser war im Vergleich zu den Vorjahren nur moderat, es klebten deutlich weniger Tiere an den Fallen. Die Zuckerrüben waren weiterentwickelt und befanden sich kurz vor Reihenschluss, früher als in den Vorjahren. Während der Flugzeit im Juni beobachtete man auffallend wenige Zikaden in den Zuckerrübenbeständen. So «wartete» man bis Mitte September, bis ein Farbumschlag in den Feldern erkennbar wurde. Die Konsequenz, die Produzenten dürfen sich über deutlich höhere Zuckergehalte freuen. Warum weniger Zikaden in den Zuckerrübenfeldern gefunden wurden, ist unklar. Verschwunden sind die Zikaden leider nicht. Die Vermehrungsrate ist hoch, jedes Weibchen legt 100 bis 150 Eier in den Boden. Die Entwicklung vollzieht sich während drei Viertel des Jahres im Boden, geschützt vor jeglichen Pflanzenschutzmitteln. Forschungsdaten der HAFL bestätigen erneut, die Populationsgrösse kann über die Fruchtfolgeumstellung stark dezimiert werden. Keine Getreideartenwie Weizen, Gerste, Roggen, Dinkel ect. nach Zuckerrüben und die Nymphen werden zu einem sehr grossen Anteil ausgehungert.
In der Ostschweiz hingegen hat die Anzahl Zikaden in den Fallen im Vergleich zu 2024 stark zugenommen. Besorgniserregend ist die Situation im Kanton Schaffhausen, es konnten bis zu 72 Zikaden an einem Standort gefangen werden. Die Analyse der Wurzelspitzen und die leichte Gelbfärbung im Herbst bestätigte leider die erfolgreiche Infektion. Erstmals konnten sogar Nymphen gefunden werden. Auf der West-Ost Ausbreitungsachse ist SBR bis Rupperswil vorgedrungen, auch der Kanton Luzern ist betroffen. Die Populationsgrösse ist in der Ostschweiz noch gering. Um eine Massenvermehrung zu vermeiden, empfiehlt die Fachstelle die schnellstmögliche Umstellung der Fruchtfolge. Die empfohlenen SBR-Sorten stabilisieren die Erträge, auf Conviso Sorten sollte weiterhin verzichtet werden, ihr Zuckerertrag liegt 1.5 bis 2 Tonnen pro Hektar tiefer als derjenige der SBR-Sorten.