Schädlinge der Zuckerrübe

Erdschnakenlarven = Tipula

Schadbild: Angefressene Triebe, oft auf Bodenhöhe durchgebissen. Manchmal sind abgetrennte Pflanzenteile in den Boden hineingezogen. Beim Graben findet man in der Nähe von geschädigten welkenden Pflanzen die graue, tonnenförmige, beinlose Erdschnakenlarve.

Schaden: Er wird nicht selten mit jenem von Schnecken verwechselt. Bei starkem Auftreten kann in den Befallszonen der Ausfall total sein.

Auftreten: Im Frühling bis zum 6-Blattstadium, an feuchten Feldstellen. Besonders gefährdet sind Rübenfelder nach Umbruch, ferner Kulturen nach Gründüngung, insbesondere wenn in der Zwischenkultur Gräser standen.

Bekämpfung: Sobald erste Schäden beobachtet werden, einen Erdschnaken-Spezialköder streuen.

Vorbeugung: Nicht Rüben nach Umbruch oder nach gräserhaltigen Zwischenkulturen anbauen. Gründüngung erst im Spätsommer säen. Gauchohaltiges Saatgut schützt vor schwachem Befall.

Schnecken

Schadbild: An- oder abgefressene Blattränder und Blättchen. Oft auch herausgefressenes Herz oder geschürfter unterirdischer Trieb.

Schaden: Zerstörung junger Pflanzen. Fällt die Bestandesdichte unter 40'000 Pflanzen pro Hektar, ist der Minderertrag bedeutend. Schneckenschäden treten überall im Feld auf. Sie können leicht mit Erdschnakenschäden verwechselt werden. Ränder entlang von Dauerwiesen sind besonders gefährdet.

Auftreten: Ab Keimung bis zum 6-Blattstadium. Feuchte Witterung fördert die Schnecken, jedoch Vorsicht, auch bei trockeneren Verhältnissen können die unterirdisch lebenden und fressenden Tiere Schäden verursachen. Rübenkulturen nach Umbruch oder Gründüngung, insbesondere Mulch- oder Direktsaaten sind stärker gefährdet.

Bekämpfung: Mit 10 bis 15 Schneckenfallen pro Parzelle den Befall testen. Unter jeden Sack oder jedes Brett Metaldehyd-Schneckenkörner streuen. Sobald man tote Schnecken oder Schleim findet, muss man das Rübenfeld mit Schneckenköder schützen.

Vorbeugung: Nach Getreide die Stoppeln bearbeiten. Pflügen vor Rübensaat.

Gammaeulen

Blattraupen von Nachtfaltern

Schadenbild: Löcherfrass in den Blattspreiten, verursacht durch grünliche oder bräunliche Raupen, die auf der Blattunterseite leben. Bei Berührung rollen sie sich sofort ein.

Schaden: Grosse Raupen im letzten Entwicklungsstadium sind sehr gefrässig, so dass in Extremsituationen von den Blättern nur noch die Nerven übrigbleiben. Ertragsbeeinträchtigung erst ab 20% Blattflächenverlust.

Auftreten: Zwei Befallsperioden, Juni - Juli und September. Der Befall lässt sich nicht voraussagen.

Bekämpfung: Insektizidspritzung mit Cypermethrin, Deltamethrin (Decis) oder Lambdacyhalothrin (Karate), wenn mehr als 25 kleine Raupen auf 10x5 kontrollierten Rüben ausgezählt werden. Hiezu ist beim ÖLN eine Spezialbewilligung nötig.

Vorbeugung: Keine möglich

Rübenkopfälchen - Ditylenchus dipsaci

Rübenkopfälchen sind winzig kleine Fadenwürmchen, die von blossem Auge nicht sichtbar sind.

Symptome: Ab 2- bis 6- Blattstadium deformierte Blätter, Stengel und Wurzeln. Später wächst am Rübenkopf ein wulstiger Kragen mit weissen Pusteln. Auf der bräunlichen, verkorkten Haut treten sekundäre Fäulen auf.

Schadbild: Im Rübenfeld breiten sich Stellen mit Fäulnis aus. Die Rübenkörper faulen torfmullartig von oben nach unten, werden dunkel, verlieren an Gewicht, Zuckergehalt und Ausbeute.

Auftreten: Der früh, ab 2-Blattstadium, beginnende Befall wird meist erst ab September gut sichtbar. Nach einem kühl-nassen Frühjahr sind grössere Schäden zu erwarten.

Vorbeugen: An Befallsstandorten keine Kulturen in der Rübenfruchtfolge dulden die Kopfälchen verbreiten!? Versuche der Forschungsanstalt Changins und Untersuchungen aus Deutschland haben gezeigt, dass Raps, Getreide (ausser Hafer und Roggen) sowie Mais die Kopfälchen nicht vermehren.Weil es sehr viele Kopfälchenwirte gibt, bleibt ein einmal befallener Boden verseucht. Wirtspflanzen sind neben Rüben, Zwiebeln, Tabak, Sonnenblumen, Erbsen, Ackerbohnen, Soja, Hafer, Roggen leider auch viele Unkrautarten wie Melden, Hirtentäschchen, Knöteriche, Amarant...Die Gründüngungen Phacelia, Oelrettich und Sareptasenf gelten als neutral. Gelbsenf hingegen vermehrt die Ditylenchus-Nematoden stark. Die "nematodenresistenten" Senf- und Oelrettichsorten haben keinen reduzierenden Effekt auf die Ditylenchus-Kopfälchen; vgl. Rübenwurzel-Nematode - Heterodera schachtii.

Bekämpfung: Eine direkte Bekämpfung ist mit einem Versuchsmittel als Bandbehandlung möglich. Dabei sollen Saaten früh im März vermieden werden.

Verwechslungsmöglichkeiten: Bormangel, Rübenmotte

Rübenwurzel-Nematode - Heterodera schachtii

Schadbild: Nesterweise schlechter Wuchs, bei Sonnenschein Blattapparat schnell welkend. Am Rübenkörper zeigt sich eine übermässige Wurzelbildung. Im Sommer sind an diesem Wurzelbart weisse bis braune stecknadelkopfgrosse Zysten zu erkennen.

Auftreten: Rübenwurzelnematoden sind in der Schweiz dank bislang guten Fruchtfolgen wenig verbreitet. Grössere Probleme sind allenfalls auf Gemüsebaubetrieben und im alten Rübenanbaugebiet auf leichten, trockenen Böden zu erwarten.

Bekämpfung: Eine direkte Bekämpfung ist nicht möglich. Eine Bewässerung vermag grössere Schäden zu verhindern. Im Vordergrund stehen vorbeugende Massnahmen und auf Risikostandorten die Saat einer toleranten Zuckerrübensorte (vgl. Sortenliste). Der Zuckerertrag der heteroderatoleranten Sorte erreicht auch unter Nichtbefall annähernd das Niveau der Standardsorten. (-> leider kein Effekt gegen das Ditylenchus-Kopfälchen!)

Vorbeugen: Verbreitung von verunreinigter Erde verhindern. Anbaupausen von 4-5 Jahren einhalten. Als Wirtspflanzen kommen alle Gänsefussgewächse und Kreuzblütler in Frage, so auch der Raps. Bei Raps und Rüben in der gleichen FF ist eine konsequente Bekämpfung des Ausfallrapses im 4-6 Blatt zwingend notwendig. Ausfallraps nicht als Gratis-Gründüngung nutzen! Mit der Saat nematodenreduzierender Ölrettich und Senfsorten bis spätestens Ende Juli lässt sich eine gewünschte Entseuchung erreichen.

Verwechslungsmöglichkeiten: Rizomania, Trockenheitsschäden