Rübensaat in kalte Böden?
Eine kalte Bise trocknet zurzeit die Bodenoberfläche nur langsam ab. Bodenfröste ziehen wegen der Kapillarwirkung immer wieder Feuchtigkeit nach oben, so dass vorläufig keine Bodenbearbeitung gemacht werden kann. Teilweise sind zudem die Böden in der Tiefe immer noch leicht gefroren. Grundsätzlich gilt folgendes: Rüben brauchen zum Keimen mindestens 5°C Bodentemperatur. Deshalb ist nicht ein fixer Termin im Kalender, sondern allein der Bodenzustand und die Bodenfeuchte entscheidend, ob im März Rüben gesät werden können oder nicht. Folgende Ratschläge sollten sie berücksichtigen: Auf frisch gepflügten Feldern ist das Rückverfestigen mit einer schweren Walze wichtig. Die Pflugfurche darf nicht austrocknen, sonst fehlt danach das nötige Keimwasser. Leichte, schluffige Böden, welche mittels Pflugfurche gewendet werden, sind deshalb die ersten Felder, welche man bestellen wird. Die Bodenbearbeitung auf Feldern, welche bereits im November gepflügt worden sind, beschränkt sich praktisch nur auf flaches Einebnen der Furchen. Die krümelige Bodenstruktur vom Winterfrost muss nicht tief umgerührt werden. Bei Mulchsaaten kann man teilweise ohne Bodenbearbeitung eine Direktsaat wagen, oder aber erst mit der Egge ins Feld, wenn die Pflanzenresten auf der Oberfläche richtig trocken und brüchig sind. Die Saat darf ruhig erst am nächsten Tag erfolgen. Wo nötig, soll man vorgängig die Altverunkrautung mit Totalherbizid abspritzen. Der Einsatz von Glyphosat (Round up) darf nicht vor Frostnächten erfolgen, weil die Wirkung abgeschwächt wird. Das Totalherbizid sollte, an einem wüchsigen Tag, bei Temperaturen von ca. 15°C, eingesetzt werden. Zurzeit sind die Verhältnisse für einen Glyphosat-Einsatz nicht optimal.
Wer Grunddünger streuen will tut gut daran, vor der Saat folgende Obergrenzen zu berücksichtigen: 50 kg/ha P2O5 - 150 kg/ha K2O sowie 35 kg/ha MgO. Höhere Nährstofffrachten bewirken sonst eine Brennwirkung in der Keimzone der Rüben. Als Stickstoff-Startdüngung empfehlen wir zur Saat oder in den Feld-Aufgang ca. 20-60 Einheiten/ha. Volldünger darf man erst kurz vor der Saat ausbringen, die Gabe sollte dabei 500 kg/ha nicht überschreiten, damit die Brennwirkung die Keimlinge nicht schädigen kann. |