Frühmorgens ist beste Tageszeit für Behandlung
Vielfach sind die Rüben bereits zwei Wochen nach der Saat aufgelaufen. Die neuen Saatguttechnologien beschleunigen den Vorgang der Keimung deutlich. Die ersten Behandlungen mit Herbiziden sind bereits erfolgt. Verbreitet trifft man auf Parzellen Landwirte an, welche die Spritzarbeit am Nachmittag durchführen. Meist herrschen in diesen Stunden aber ungünstige Witterungsbedingungen. Sonnenschein und erhöhte Temperatur sorgen im Feld für eine Thermik, welche den Spritznebel teilweise nach oben abdriften lässt. Aus verständlichen Gründen (Umwelt, Abdrift, Verluste) müssen Herbizide auf den (taufeuchten) Boden, respektive auf die Unkräuter gelangen, damit eine Wirkung eintreten kann. Deshalb lauten unsere Ratschläge wie folgt: Spritzen sie frühmorgens oder am Abend bei tieferem Sonnenstand (nach 19:00) ihre Rübenparzellen. Aus Gründen der Verträglichkeit sind Behandlungen bei hohem Sonnenstand risikoreicher. Blattaktive Herbizide wirken umso besser, je mehr Sonnenlicht während der Behandlung vorhanden ist, dagegen steigt das Risiko von Schäden an den Rüben stärker an. Die Rübenpflanze braucht die ersten zwei, drei Stunden nach erfolgter Behandlung unbedingt, um Herbizidwirkstoffe im Blatt zu „entgiften“. Dieser Mechanismus ist in Unkräutern nicht vorhanden. Deshalb können nahe Verwandte (z. Bsp. Melden) mit Rübenherbiziden nachhaltig bekämpft werden. Ein Tipp: Füllen sie die Spritze bereits am Nachmittag mit Wasser und stellen sie diese an einen sonnigen Ort. Am Abend oder besser noch frühmorgens werden nur noch die Herbizide ins noch leicht temperierte Wasser eingefüllt und die Spritzarbeit kann ohne Verzögerung beginnen. Ganz wichtig: Die Spritze muss absolut rückstandsfrei in gereinigtem Zustand für die Arbeit in Zuckerrüben bereit sein. Dazu sind spezielle Reiniger (z. Bsp. Agroclean, All clear) nötig, besonders wenn vorgängig Getreide-Sulfonylharnstoffe eingesetzt worden sind. Die in vielen Rübenherbiziden enthaltenen Netzmittel, können alte Rückstände im Spritzenfass und im Gestänge innerhalb kurzer Zeit ablösen. Diese verunreinigen die Spritzbrühe. Kleinste Rückstände sind meist tödlich für die empfindlichen Zuckerrüben. |