Frost hat einige Schäden hinterlassen
In Muldenlagen und vor allem auf schwarzen Böden sind einige Frostschäden an Zuckerrüben aufgetreten. Trotzdem mussten glücklicherweise nur wenige Flächen neu gesät werden. Solange mehr als 20 Rüben auf 10 Laufmeter stehen geblieben sind, raten wir von einer Neusaat ab. Grössere Rüben (ganz früh gesäte) haben den Frost eher besser ertragen. Dagegen waren Herbizidbehandlungen, welche direkt vor einer Frostnacht erfolgten, für die Rüben schlechter verträglich. Auch grössere Rüben wurden im Wachstum gebremst und zeigten eine gelbe Verfärbung der Blätter. Diese Schadwirkung wird sich leider nur langsam herauswachsen und die Rüben um einige Tage zurückstellen. Trotzdem sind die Aussichten für die Ertragsbildung nicht schlecht. Ausser der fehlenden Bodenherbizidwirkung, bedingt durch die Trockenheit, weisen die Rüben ein bis zwei Wochen Wachstums-Vorsprung auf. Der Wassermangel hat bis jetzt noch keine direkten Schäden hinterlassen. Positiv ist das ausgeprägte Wurzelwachstum der Rübe in tiefere Schichten. Leider funktionieren auch die Unkräuter auf diese Weise. Sobald die Wurzeln eine gewisse Tiefe erreichen, wirken Bodenherbizide wie Dual, Frontier oder Venzar nicht mehr. Ohne Regen ist daher gänzlich auf diese Ergänzugsmittel zu verzichten und, wo sinnvoll, auf die blattaktive Mischung mit Debut auszuweichen. Bei Hundspetersilie, Kamille, Klebern, Amarant oder Ausfallraps, hilft eine Mischung mit 30 g/ha Debut plus Betanal expert 1-1,2 l/ha. Diese Mischung kann auch eingesetzt werden, falls Winden im Rübenfeld auftreten. Die Wirkung gegen Winden ist jedoch eher als schwach einzustufen. Im Falle von schlecht bekämpftem Windenknöterich kann ein Zusatz von 0,5 l/ha Lontrel (anstelle von Debut) die Wirkung verbessern. Gräsermittel gegen Ausfallgetreide oder Quecken (vom Typ Fusilade), sollen erst eingesetzt werden, sobald auch die Hirsen alle aufgelaufen sind. Der optimale Spritzzeitpunkt für Gräserherbizide wird deshalb nicht vor Ende April sein. Ein separater Durchgang mit Gräsermitteln wirkt sicherer als das Beimischen zu den Rübenherbiziden.
|