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Schweiz. Fachstelle für Zuckerrübenbau
Scheuerackerweg 22
3270 Aarberg
Tel. +41 32 392 47 47
Fax +41 32 392 56 60
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Hagelschlag und Bakterienflecken.

Lokal haben Gewitter Regen und zum Teil auch Hagel gebracht. Die Niederschlagsmengen waren bis jetzt jedoch noch spärlich (Messort Aarberg, Seeland). Hagelschäden in Zuckerrüben lassen sich nicht durch eine Spritzung oder Düngung reduzieren. Ein Fungizideinsatz ist ebenfalls wirkungslos, das gilt sowohl für systemische wie auch für die nicht bewilligten Kontaktfungizide wie Mancozeb oder Kupfer. Wir raten eindringlich vor solchen Behandlungen ab, da Rückstände bei Kontrollen leicht nachgewiesen werden könnten. Rückstandsmessungen wie sie im Kartoffelanbau stichprobenweise durchgeführt worden sind, wären auch im Zuckerrübenbau möglich.
Bis Anfang Juni sind weder die gefährlichen Cercospora-Blattflecken noch Ramularia-Flecken oder Mehltau aufgetreten. Findet man zum jetzigen Zeitpunkt schwarz-braune Flecken auf Rübenblättern, handelt es sich ausnahmslos um Pseudomonas-Bakterienflecken. Diese Flecken werden von einem Bakterium ausgelöst, welches im Boden vorkommt und mit Regenspritzern auf das Blatt gelangt. Hagelschlag und Gewitterregen verstärkt die Ausbreitung von Bakterien-Flecken zusätzlich. Dagegen wäre jedes Fungizid absolut wirkungslos. Solche Flecken verwachsen bei trockenem Wetter von selber.
In Feldern, bei denen der Reihenschluss erfolgt ist, steht die Blattdüngung  mit Bor an. In Parzellen welche nach Hagelschlag Blattverluste aufweisen,  muss man einige Tage zuwarten, bevor der Nährstoff Bor über neugebildetes (intaktes) Blatt aufgenommen werden kann. Eine Bordüngung über den Boden ist insbesondere in trockenen Perioden nicht wirksam, daher muss die Gabe in flüssiger Form via Blatt erfolgen. Nur anhaltender Niederschlag würde nach der Trockenheit das Bor im Boden welches aus dem Sack stammt, in die lösliche Form bringen.
Wir empfehlen deshalb den Einsatz von 5 kg/ha Solubor als Flüssigdüngung über das Blatt. Solubor löst man vorgängig in warmem Wasser auf und füllt es bei laufendem Rührwerk in die Spritze. Am Abend oder besser noch am frühen Morgen, mit mindestens 300 Liter Wasser je Hektare gespritzt, vermeidet man Blattrandverbrennungen. Ein Zusatz von 10 kg/ha löslichem Harnstoff in die Spritzbrühe, vermindert die Brennwirkung.

  S. Jenni
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